gesundes essen richtig einkaufen
Das Warenangebot in den Regalen ist unüberschaubar. Aber welche Lebensmittel kann man ruhigen Gewissens kaufen, welche nicht? Ein Wegweiser für gesundes essen. Ausgewogen soll eine Mahlzeit sein, gesund, lecker und bekömmlich. So will es jedenfalls die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Aber muss es deshalb täglich Körnerfrühstück und Gemüsepfanne geben? Sollen wir nur noch im Reformhaus einkaufen, ein eigenes Gemüsebeet anlegen und auf Fleisch in Zukunft ganz verzichten? Wenn man in den Nachrichten von Gammelfleisch, Acrylamid in Chips und pestizidbelastetem Gemüse hört, könnte man das fast glauben. Auch die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch warnt: „Leider kommt es immer wieder zu Lücken bei der Qualitätskontrolle von Lebensmitteln.” Aber in Panik verfallen müssen Sie deswegen genauso wenig wie Vegetarier oder Landwirt werden. Es reicht schon, wenn Sie gute Produkte von schlechter Ware unterscheiden können. Wir sagen Ihnen, wie: Woran erkennt man Qualität und gesundes essen? Die Gesundheit ist ein kostbar Gut trag das immer in des Herzens Glut.
Wie erkenne ich beim einkaufen gesundes essen?
Wer sich gesund ernähren will, greift oft und gern zu biologisch angebauten Produkten. Gut so, denn sie enthalten nachweislich weniger Schadstoffe und Pestizide als konventionelle Produkte. Und seitdem auch Discounter verstärkt Bioware verkaufen, ist sie durchaus bezahlbar geworden. Die zweite gute Nachricht: Vor wenigen Wochen untersuchte Ökotest Bio-Lebensmittel aus neun Produktgruppen in Discountern und Supermärkten. Das Ergebnis: Alle Produkte schnitten mit „gut” oder „sehr gut” ab! Beim Thema Fleisch steht aber der Metzger ums Eck an erster Stelle, so das Ergebnis einer Großuntersuchung des Bayerischen Verbraucherschutzministeriums. „Dieses Ergebnis ist repräsentativ für ganz Deutschland”, sagt Foodwatch. Der Grund: Metzgereien produzieren entweder selbst oder sind erfahren genug, um sich gar nicht erst Gammelfleisch andrehen zu lassen.
kann man Fertigprodukte als gesundes essen bezeichnen?
für Fertigprodukte geben die Deutschen im Durchschnitt immerhin 600 Euro jährlich aus. Doch leider wird der Großteil von dem, was wir darin schmecken und riechen, chemisch hergestellt. In manchen Fertigprodukten stecken mehrere Tausend Inhaltsstoffe! Eine Ausnahme ist Frosta. Seit 2003 verzichtet der Tiefkühlkosthersteller als einzige Marke auf sämtliche Zusatzstoffe.
Gesundes essen für jeden etwas anderes.
Nicht nur die richtige Auswahl an Lebensmitteln ist wichtig. Je nach Geschlecht, Alter oder Lebenssituation steigt auch der Bedarf an bestimmten Nährstoffen. Hier ein Überblick:
Wie sich Frauen gesund ernähren können:
Bis zu den Wechseljahren haben Frauen einen erhöhten Eisenbedarf und sollten regelmäßig Hülsenfrüchte, Trockenobst und Rindfleisch essen. In der Schwangerschaft sind Folsäure (z. B. in Blattgemüse, Hülsenfrüchten, Erbsen) und Jod (z. B. in Meeresfischen, Garnelen, Feldsalat) wichtig. Stillende Mütter brauchen Kalzium (Milchprodukte, Brokkoli, Spinat), um genügend Milch zu produzieren und sich vor Osteoporose zu schützen
Wie sich Männer gesund ernähren können:
Männer benötigen 60 Prozent mehr essentielle Fettsäuren (Oliven-, und Rapsöl, Meeresfische). Der Pflanzenfarbstoff Lycopin (Tomate, Paprika) schützt sie vor Prostata-und Lungenkrebs. Wichtig, sind auch B-Vitamine (Vollkorn, Brokkoli), Selen (Nüsse, Fisch), Zink (Käse, Linsen) und Folsäure (Fenchel, Chicoree).
Wie sich Kinder gesund ernähren können:
Kinder Eine möglichst bunte Mischkost liefert alle nötigen Nährstoffe. Eine fleischlose Ernährung ist für Kinder nur bedingt geeignet. Wichtig für ein starkes Knochengerüst ist viel Kalzium. Vorsicht vor „Kinderlebensmitteln”: Sie enthalten oft zu viel Zucker und Fett.
Wie sich Ältere Menschen gesund ernähren können:
Senioren Obwohl der Kalorienbedarf im Alter sinkt, bleibt der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen unverändert hoch. Ganz wichtig ist Vitamin D (Fisch, Pilze) und Kalzium (Milchprodukte) für starke Knochen, sowie viel Flüssigkeit (zwei Liter täglich). Ein Defizit macht müde und führt zu geistiger Schwäche.
Gestresste Um Belastungen standzuhalten, braucht der Körper mehr Magnesium (Bananen, Kürbiskerne), B-Vitamine (Milch- und Vollkornprodukte, Grünkohl) sowie Vitamin C (Cranberries, Kiwi, Paprika).
Wie gesundes essen aussehen muß.
FISCH:
Endlich gibt es auch in Supermärkten Fisch aus bestandserhaltender und naturnaher Fischerei. Achten Sie auf das blaue Siegel des Marine Stewardship Council.
FLEISCH:
Mehr als 80 Gütesiegel für Fleischprodukte sind im Umlauf. Laut Ökotest halten die meisten nicht das, was sie versprechen. Empfehlenswert sind dagegen die Waren von Alnatura, Füllhorn, Naturland, Neuland und alle Bioprodukte.
Zusatzstoffe in unserer Nahrung:
Künstlich hinzugefügte Inhaltsstoffe haben im gesundem essen nichts zu suchen.
Schluss mit komplizierten Begriffen! Wir übersetzen:
ANTIOXIDATIONSMITTEL
machen Lebensmittel länger haltbar. Aber Vorsicht: E220, 228, 310, 311 und 312 lösen häufig Allergien aus.
AROMEN können pflanzlicher oder tierischer Herkunft sein, aber auch rein chemisch hergestellt werden. Sie gelten allerdings nicht als schädlich.
STABILISATOREN erhalten die Struktur und Lebensdauer von Lebensmitteln. Dazu gehören Verdickungs-(E412), Gelier- und Feuchthaltemittel (E420). Leider können Stabilisatoren Durchfall verursachen.
SÜSSUNGSMITTEL (z.B. Aspartam, Saccharin) ersetzen Zucker, regen die Insulinproduktion an und steigern den Appetit. Sie gelten nur in Maßen genossen als unbedenklich.
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