Gut schlafen im Sommer
Wenn nachts die Temperaturen kaum abkühlen, fällt das Ein- und Durchschlafen oft schwer. Die richtige Bettwäsche und der Trick mit einer Wärmflasche sorgen trotzdem für erholsame Nachtruhe.
wie schön die heißen Tage im Sommer auch sind in der Nacht wird die Wärme für viele zum Schlafräuber. Wir walzen uns von links nach rechts, dämmern vor uns hin und stehen morgens völlig gerädert auf. Schon unter normalen Bedingen leidet jeder zweite Bundesbürger unter Schlafstörungen. Bei sommerlicher Hitze nimmt die Zahl der Betroffenen noch einmal deutlich zu. Mit unseren Tipps finden Sie aber auch in tropischen Nächten wieder eine erholsame Nachtruhe.
Tipps für Gesunden und guten Schlaf in heißen Sommer Nächten
Wärme stört den Schlaf, Die Temperatur der Schlafräume sollte möglichst niedrig sein. „Ideal sind 16 bis maximal 20 Grad”, sagt der Experte. „Da es in Sommer-Nächten wärmer ist, führt der Körper einen so genannten Temperaturausgleich durch. Der Stoffwechsel arbeitet auf Hochtouren. Er produziert Schweiß, um den Körper abzukühlen, stört so die Bettruhe.
Sonne ausschließen. Viele versäumen, sich auf die Nacht im Hochsommer einzustellen. Vorbeugende Maßnahmen sind deshalb wichtig: Lassen Sie gar nicht erst die Sonne ins Schlafzimmer. Dunkeln Sie den Raum bereits tagsüber ab und lüften Sie zu den frischeren Tageszeiten, also frühmorgens und spätabends.
Weniger ist mehr Einen großen Unterschied macht die Bettwäsche. Hat sie einen hohen Naturseidenanteil, kühlt sie besser als reine Baumwolle. Und da auch Schlafkleidung die warmen Temperaturen speichert, gilt: Je weniger Sie anhaben, desto besser.
Extra-Tipp des Mediziners für gesundes schlafen: Legen Sie eine Wärmflasche in den Kühlschrank und nehmen Sie diese mit ins Bett.
Machen Sie es dunkel Nächtliche „Lichtverschmutzung” egal, ob durch die helleren Tage des Sommers oder künstliche Außeneinflüsse ist Morgens putzmunter aufwachen und den Tag über fit sein. Das muss kein Traum bleiben. Denn mit einer einfachen Formel können Sie den idealen Zeitpunkt zum Einschlafen und Aufstehen berechnen. So funktioniert es: In der Nacht durchlaufen wir unterschiedliche Schlafphasen. Manche sind sehr tief, andere eher leicht - erkennbar daran, dass wir uns oft drehen und die Schlafposition wechseln. Dieser Moment ist optimal, um aufzuwachen. Beispiel: Sie wollen um 7 Uhr fit sein. Rechnen Sie jetzt 1 Stunde fürs Einschlafen und für die erste, kürzere Schlafphase zurück. Dann 1,5 Stunden für jede Mittel- und Tiefschlafphase abziehen. Kurzschläfer brauchen nur 3 lange Phasen (insgesamt 5,5 Std.), sie sollten also um 1.30 Uhr zu Bett gehen. Normalschläfer benötigen 7 Std. (24 Uhr Bettzeit), Langschläfer 8,5 Std. (22.30 Uhr).
Erst schlafen gehen, wenn Sie wirklich müde sind. Baldriantee beruhigt, ein angenehmes Klima und eine Schlafbrille sorgen für schöne Träume.
SCHOTTEN DICHT Eine dunkle Umgebung Ist wichtig für einen gesunden und tiefen Schlaf
Gift für den Schlaf. Er wird unruhiger und weniger tief, weil das Hormon Melatonin nur bei ausreichender Dunkelheit ausgeschüttet wird. Deshalb muss man das Zimmer unbedingt abschirmen. Geht das nicht, können Schlafbrillen helfen.
Gesunden Schlaf kann man nicht erzwingen
Wer länger als 20 Minuten wach liegt, sollte am besten wieder aufstehen. Ein Glas Milch oder eine Banane kann dann das Richtige sein. Beide enthalten die Aminosäure Tryptophan. Sie hilft auf natürliche Weise beim Einschlafen. Geben Ihre Gedanken trotzdem keine Ruhe, lesen Sie etwas. Auch Entspannungstechniken wie Meditation und Autogenes Training wirken beruhigend.
Kürzerer Schlaf ist normal
Keine Sorgen müssen Sie sich machen, wenn Sie im Sommer nicht so lange wie im Winter schlafen. Das ist völlig normal. In den verkürzten Schlafzeiten wird die Schlafeffektivität erhöht. So ist man morgens trotzdem fit.
Die Natur hilft um gut und gesund zu schlafen
Entspannen, abschalten und die ganze Nacht durchschlafen. Dafür können auch pflanzliche Mittel nützlich sein. Gut wirksam ist Baldrian, doch nur, wenn man ihn regelmäßig über mehrere Wochen einnimmt. Schlafmittel sind nicht zu empfehlen, da ja bei Hitze keine echte Schlafstörung vorliegt, sagt der Experte. Besser ist es am Abend noch mal einen Spaziergang zu machen oder lauwarm zu duschen, um den Körper abzukühlen.
Gut gebettet um gesund zu schlafen
Einige Matratzen-Hersteller bieten Modelle mit einer Sommer- und einer Winterseite an. Die eine ist z. B. mit Baumwolle und die andere mit Schurwolle bespannt. Das hilft zusätzlich, ist jedoch nicht unbedingt notwendig. Temperaturunterschiede können mit dickerem bzw. dünnerem Bettzeug und Wäsche ausgeglichen werden. Eins ist immer wichtig. Die richtige Matratze. Die Unterlage muss sich dem Körper anpassen - nicht umkehrt.
Neues aus der Traumforschung
- lm Sommer verkürzen sich durch Wärme und die frühe Helligkeit die Schlafphasen. Folge: Wir träumen auch kürzer, dafür aber intensiver.
- Schlafmediziner stellten fest, dass dauernde Alpträume auf ernsthafte Erkrankungen (z. B. Depres-
sionen) hinweisen können. - Die Wissenschaftler des Lübecker Instituts für Neuroendokrinoiogie (Nerven- und Hormonforschung) fanden heraus, dass man in der aktiven Leichtschlafphase (REM) Gelerntes besonders gut verarbeitet und schneller Lösungen für Probleme findet. Daher ist der Rat „Schlaf eine Nacht drüber” gut und richtig.
- Eine Studie aus Österreich ergab, dass Frauen häufiger träumen als Männer und sich besser daran erinnern können. Sie sehen im Traum eher blaue Farben, Männer graue.
Endlich Schluss mit Schnarchen
Schnarchen nervt nicht nur den Partner, sondern ist auf Dauer auch ungesund, Ruhestörung Beim Schlafen sind wir die meiste Zeit völlig entspannt. Das gilt auch für die Muskeln der oberen Luftwege und die sind manchmal dabei sogar zu sehr erschlafft. Dann streift beim Einatmen die Luft am Gaumensegel entlang und bringt dieses zum Schwingen: man schnarcht. Das kann so laut sein wie bei einem vorbeifahrenden LKW. Unmöglich für den Bettpartner, dabei normai zu schlafen.
Gefahr Rund 800 000 Menschen leiden unter Schlafapnoe. Dabei kollabiert die Luftröhre und blockiert den Luftstrom. Es kann zu lebensgefährlichen Atem-aussetzem und somit zu einem Sauerstoffmangel kommen. Der Körper versucht die daraus folgende Ohnmacht zu verhindern, indem er die Muskeln anspannt. Das Selbstrettungsprogramm funktioniert. Die Betroffenen wachen auf - ringen allerdings nach Luft und ihr Herz rast. Wer schnarcht und sich morgens wie gerädert fühlt, sollte deshalb zum Arzt. Therapie „Operationen und Medikamente sind völlig ungeeignet”, sagt Dr. Bauer. „Die einzig effektive Methode ist eine Protusions-schiene.” Sie zieht Unterkiefer und Zunge nach vorne, so dass mehr Luft eintreten kann. Die Schiene muss individuell vom Zahnarzt angefertigt werden, Kosten: ca. 800 Euro. Manche Kassen zahlen.
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